Die Marterln und Bildstöcke
Rund um und in Oberlaa, Unterlaa und Rothneusiedl gibt es eine Vielzahl von schönen Marterln, Bildstöcken und -säulen, Kapellen und Kreuzen. Viele sind schon weit über 250 Jahre alt und werden ständig restauriert und liebevoll gepflegt. Zu besonderen Anlässen werden auch einige mit herrlichem Blumen geschmückt.

Alle untenstehenden Bilder sind durch Anclicken vergrößerbar. Einen Vorschlag für einen Rundwanderweg zu allen Kapellen und Bildstöcken bekommen Sie in der Pfarrkanzlei oder ganz unten auf dieser Seite als Überblickskizze.



• 1)  Kapellenbildstock in Oberlaa
(Ecke Oberlaaerstraße / Friedhofstraße)

Dieser Kapellenbildstock hat eine vergitterte Nische. Über dem Schindeldach befindet sich ein zweiarmiges Kreuz mit Kleeblattenden und Flammenherz auf dem unteren Querbalken. In der Nische befindet sich eine Pieta. Diese und das Gitterschloß tragen die Jahreszahl 1877. Die Errichtung eines Wegzeichens an dieser typischen Lage am Ortsbeginn müssen wir jedoch schon für viel früher annehmen, mußten doch hier in Oberlaa geweihte Bildstöcke den Schutz gewährleisten, den andererorts Stadtmauern erbrachten.
Der Kapellenbildstock   Detail Kapellenbildstock
In den Jahren 1783 bis 1852 bestand in Oberlaa wie auch anderswo ein vom Ortspfarrer geführtes Armeninstitut, dessen Einkünfte außer durch Spenden und gelegentliche Kirchensammlungen "vom Opferstock beim Kreuz unterm Dorf" stammten. Sicher hat man damit den Pieta-Bildstock gemeint.




• 2)  Nischenbildstock - "Christus am Ölberg"
(Ecke Laaerbergstraße / Friedhofstraße)

Über einem vierseitigen Sockel erhebt sich ein ebenso hoher eingeschwungener Schaft mit profiliertem Gesimse, worauf sich ein nach drei Seiten offener Nischenaufsatz befindet. Das von Dachziegeln bedeckte Dach wird von einem einarmigen Metallkreuz bekrönt. Die vierte, geschlossene Nischenwand bildet ein Farbmosaik mit der Darstellung von Christus am Ölberg. Die Entstehungszeit des Bildstockes dürfte im 19. Jahrhundert liegen, jedoch wird er an dieser Stelle einen Vorgänger gehabt haben.
Der Nischenbildstock   Details Nischenbildstock   Ansicht des Nischenbildstockes




• 3)  Weißes Kreuz
(Ecke Oberlaaerstraße / Grundäckergasse)

Es ist ein an allen vier Kanten abgefaster Steinpfeiler, der über reich profiliertem Gesimse die Figur einer Marienstatue trägt. Zuvor stand ein weißes Kreuz auf dem Sockel. Dieses Kreuz soll von der Ortsbevölkerung nach der zweiten Türkenbelagerung Wiens errichtet worden sein. Es war ursprünglich ein Urlauberkreuz mit einer Mater-Dolorosa-Darstellung.

Das Weißes Kreuz   Detailfoto Weißes Kreuz

Die Ortschronik von Oberlaa berichtet darüber:
"Als zur Zeit der Bittage in Oberlaa, in dem ereignisvollen Jahr 1809, die Prozession von der Pfarrkirche gegen Rothneusiedl zog, bot sich den Oberlaaern ein ungewohntes Bild: soweit das Auge reichte, zog das französische Invasionsheer ganz in Blau heran. Die Schuljugend, von dem großen Ereignis keine Ahnung, betete die Litanei; sie wurde von der Samtgarde verhöhnt und der dieser Truppe voranreitende Befehlshaber ließ sich in seinem Haß gegen die katholische Religion verleiten, mit dem Säbel einen scharfen Hieb unter lauten Verwünschungen in das steinerne Bild der schmerzhaften Mutter zu tun. Von einer weiteren Prozession war keine Rede mehr. Alle flüchteten in die Häuser.
Nach der Schlacht bei Aspern, Pfingssonntag dem 21. Mai 1809 brachte man genau diesen Offizier mit abgeschossener rechter Hand nach Oberlaa. Er wurde im Pfarrhof gepflegt und starb nach Bereuung seiner Tat."

Das Kreuz wurde mehrmals umgeworfen und beschädigt. Anlässlich einer Renovierung kam statt dem Kreuz wieder die Gottesmutter auf den Sockel.

Das Original des Weissen Kreuzes steht jetzt im Bezirksmuseum Favoriten (im Haus der Begegnung)
Detailfoto des originalen Weißen Kreuzes
  Das originale Weiße Kreuz





• 4)  Kreuz-Bildstock
(Ecke Himbergerstraße / Rosiwalgasse)

Auf einem wuchtigen Sockel befindet sich ein Postament mit Metall-Laterne, darauf erhebt sich ein einarmiges Steinkreuz mit Corpus und Schutzdach. Laut Inschrift wurde das Monument am 20.4.1923 errichtet.

Der Kreuz-Bildstock   Details zum Kreuz-Bildstock   Ansicht des Kreuz-Bildstockes

Über die Entstehung des Bildstockes ist folgendes überliefert:
Beim Fundamentaushub der gegenüberliegenden Häuser fand man mehrere Skelette, die man an dieser Stelle vergrub und ein Holzkreuz darüber setzte, welches 1923 durch das jetzige Steinkreuz ersetzt wurde. Möglicherweise handelt es sich bei den Vergrabenen um Pesttote des Jahres 1679.





• 5)  Fieberkapelle
(mitten in den Feldern bei Rothneusiedl - Mehr Infos zur Fieberkapelle)

Die Fieberkapelle, oder auch Dreifaltigkeitskapelle genannt, hat einen dreieckigen Grundriß. Darüber erhebt sich ein dreiseitiger Baukörper mit einem schön abgetrennten, wiederum dreieckig gehaltenen Dach. Auf diese Weise drückt die ganze Kapelle den Dreifaltigkeitsgedanken aus. Die Bekrönung bildet ein einarmiges Metallkreuz. An der Ostseite befindet sich eine rundbogige Türöffnung mit versperrbarem Eisengitter, das die Jahreszahl 1884 aufweist. Diese Jahreszahl weist auf eine in diesem Jahr vom Gastwirt und Wirtschaftsbesitzer Anton Kreuzberger veranlaßte Renovierung hin. Früher pflegte die Familie Baar die Fieberkapelle. Heute hat diese Arbeit Rudi Wieselthaler übernommen.

Im Marienmonat Mai fand bis 2016 allfährlich am 31. Mai ein Festzug zur Kapelle statt und vor dieser wurde die letzte Maiandacht des Jahres gefeiert. Leider ist das auf Grund des Zubringerverkehres zum Frachtenbahnhof Inzersdorf nicht mehr möglich. Ab 2017 findet die letzte Maiandacht beim Halterspitzmarterl (siehe Pkt. 7) statt.

Die Dreifaltigkeitssäule   Details zur Dreifaltigkeitssäule
Mehr Infos zur Fieberkapelle hier.




• 6)  Ecce-Homo-Pfeiler
(Ecke Leopoldsdorferstraße / Scheunenstraße)

Über ein Ziegelfundament erhebt sich ein hoher, vierkantiger Pfeiler und darauf die Darstellung Christi als Schmerzensmann. Unter der Plastik stehen die Worte: "Ecce homo" (übersetzt: siehe da, der Mensch). Auf einer Seite des Pfeilers sieht man die Leidenswerkzeuge Christi: Leiter, Hammer, Schwamm, Lanze, usw. Der Fachausdruck für diese Werkzeuge ist Arma Christi. Arma Christi-Darstellungen finden sich auf Wiener Boden nur noch am " Stiftungskreuz" im Augarten und am "Triller-Kreuz" das sich im 21. Bezirk an der Brünnerstrasse befindet.

Der Ecce-Homo-Pfeiler   Details zum Ecce-Homo-Pfeiler   Ansicht Ecce-Homo-Pfeiler

Die Säule ließ Simon Knabl um die Mitte des 19. Jahrhunderts zur Erinnerung an die nie aufgeklärte Ermordung seiner Gattin errichten. Er hatte sie, als er einmal von der Frühmesse heimkehrte, mit durchgeschnittener Kehle aufgefunden. Trotz einer vom Bundesdenkmalamt im Jahre 1970 durchgeführten Renovierung konnten die Spuren mehrerer unsachgemäßer Übertünchungen nicht zur Gänze beseitigt werden. Die Blickrichtung der Säule war ursprünglich nach Norden gerichtet, bei der Erbauung des danebenstehenden Hauses wurde die Christusstatus zur Straße ausgerichtet, der Steinpfeiler weist aber weiterhin mit seiner Schauseite nach Norden.




• 7)  Halterspitzmarterl
(auf Feldweg, nahe der Leopoldsdorferstraße und S1 Richtung Umspannwerk)

Das Halterspitzmarterl wurde 2008 gesetzt. Der vierseitige Sockel hat auf der Vorderseite die Inschrift des Stifters Rudi Wieselthaler und auf der Seite den Schriftzug "Liebe, Friede, Dankbarkeit". Da in seinem Leben diese drei Eigenschaften immer wieder zutreffen, ließ er dieses Marterl errichten. Über dem Sockel sitzt ein darüberspringender, ebenfalls vierseitiger Aufbau mit drei Arkaden. Die Rückseite ist geschlossen. Das Dach besteht ebenfalls als Stein und wird von einem Kreuz bekrönt.

Der Halterspitzmarterl   Detailfoto Halterspitzmarterl   Rudi Wieselthalers Halterspitzmarterl

In dem vierseitigen Aufbau befindet sich eine Statue Mariens mit dem Jesukind. Der Standort ist bewußt hier gewählt, da sich an dieser Stelle Feldwege von Unterlaa, von Oberlaa, von Rothneusiedl und von Leopoldsdorf treffen.

Im Jahr 2010 wurde das Halterspitzmarterl ein Opfer von Vandalen (dazu der Presseartikel aus der Bezirkszeitung Ausgabe 33 / 2010).

Ab 2017 findet hier jeden 31.5. die letzte Maiandacht des Jahres statt.




• 8)  Schutzengelkreuz
(Georg Wiesmayergasse, in der Nähe der S1)

Auf einem von Gesimsen eingefaßter Sockel erhebt sich eine Rundsäule, die im unteren Teil kanneliert ist und ein schönes Akanthusblattkapitell trägt, worauf ein Engel mit Kind steht. Die Inschrift auf dem Sockel lautet: "Errichtet von Johannes und Maria Orthner 1694". Eine kleine Zusatztafel darunter gibt Auskunft über eine Renovierung im Jahre 1949. Früher ging beim Schutzengelkreuz ein Wallfahrtsweg von Unterlaa nach Maria Lanzendorf vorbei. Der Umstand, daß das Schutzengelkreuz auf dem Weg steht, die Inschrift und die Darstellung des Schutzengels, der mit einem heute wieder ergänztem rechten Arm auf den Gnadenort hinweist, zeigt, daß hier der Engel als Reisebegleiter gedacht war, der die Wallfahrer sicher ans Ziel bringen sollte.

Das Schutzengelkreuz   Das renovierte Schutzengelkreuz   Details zum Schutzengelkreuz

Vor Jahren schoß ein Wilderer dem Engel den Arm ab. Beim Kampf mit dem Jäger, der ihn ertappte, löste sich ein Schuß und der Wilderer wurde von seinem eigenen Gewehr getötet. Wir haben hier wiederum das vom "Weißen Kreuz" her bekannte Motiv der gerechten Bestrafung eine an heiligen Zeichen frevelnden Übeltäters. Bei der letzten Renovierung wurde der fehlende Arm wieder ergänzt.

Leider fällt das Schutzengelkreuz immer wieder Vandalen zum Opfer. Zuletzt im Jahr 2010 (dazu der Presseartikel aus der Bezirkszeitung Ausgabe 33 / 2010).




• 9)  Bauernkreuz
(südlich des Umspannwerkes Wien-Süd, an der S1)

Das Bauernkreuz wurde am 19.9.2014 von Pfarrer Klein feierlich eingeweiht. Die Initiative zu diesem ca. 3,50m hohen Holzkreuz hatte Rudi Wieselthaler vom Landwirtschaftlichen Casino Oberlaa. Der Standpunkt dieses Kreuzes wurde so gewählt, daß es auf die Ortschaften Oberlaa, Unterlaa und Rothneusiedl herabsieht. Es ruht auf einem massiven Betonfundament und ist durch dicke Stahlstützen im unteren Teil gesichert. im oberen Teil des Kreuzes befindet sich noch ein schmäleres Kreuz.

Zu den Bildern der Einweihungsfeier clicken Sie hier

Das Bauernkreuz   Einweihung Bauernkreuz




• 10)  Immaculata-Bildsäule
(Am Johannesberg beim Umspannwerk neben der Eustachiuskapelle)

Über einem vierseitigen Steinpfeiler mit Inschrift und Gesims, erhebt sich ein etwas vorragender, quaderförmiger Aufsatz mit vier Relieffeldern. Die Bekrönung des Pfeilers bildet eine Immaculatastatue. Diese, die Reliefs und der Inschriftpfeiler haben leider durch unsachgemäße Renovierungen stark gelitten, konnten aber bei der letzten Renovierung wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werden. Die Inschrift lautet: "Ihr alle sollt hier Gedenken in ewiger Ruhe dem Stifter und Wohltäter der Lebendigen und Toten 1662, IICN, H.T.M 1001 1764"

Die Immaculata-Bildsäule   Ansicht der Immaculata-Bildsäule   Detailfoto der Immaculata-Bildsäule   Foto der Immaculata-Bildsäule

Auf den Relieffeldern ist einigermaßen einwandfrei Johannes der Täufer, der Patron von Unterlaa, wahrnehmbar. Die Darstellung an der Vorderseite ist man versucht, als Franz von Assisi zu deuten, was durchaus berechtigt wäre, steht doch der Bildstock am Wallfahrtsweg nach Maria Lanzendorf, das von Franziskanern pastorisiert wird. Allerdings müßte die Figur nicht schon bei Entstehung des Bildstockes (1662) sondern erst später angebracht worden sein, da Lanzendorf erst 1696 den Franziskanern übergeben wurde. Die beiden restlichen Reliefs könnten einen Ölberg und einen Engel darstellen. Die Steinsäule wurde 1927 durch Blitzschlag stark beschädigt aber wieder renoviert.




• 11)  Ölberg-Kapellenbildstock
(Ecke Georg Wiesmayergasse / Scheunenstraße)

Seine Rundnische füllt fast zur Gänze ein großes, farbiges Keramikmosaik: Christus am Ölberg. Das dramatische Geschehen der Ölbergnacht wird durch einen herabzuckenden Blitz gekennzeichnet. Unter dem Bild steht ein kleiner Betschemel. Dieser Bildstock war einst eine Station des Kreuzweges von Unterlaa nach Maria Lanzendorf.

Der Ölberg-Kapellenbildstock   Der Ölberg-Kapellenbildstock im Detail




• 12)  Heilig-Grab-Kapelle
(unmittelbar neben der Unterlaaer Kirche)

Es ist ein schlichtes, niedriges Bauwerk, das auf den Betrachter, der diese Art von Kapelle erstmals sieht, einen etwas absonderlichen Eindruck macht, sodas er bezüglich Alters- und Zweckbestimmung leicht in Verlegenheit kommen könnte. Es handelt sich hierbei um eine Heilig-Grabkapelle nach dem Muster der Grabkapelle Christi in Jerusalem.

Zur Zeit der Gegenreformation, als in den habsburgerischen Ländern und von den Habsburger Kaisern kräftig unterstützt, der katholische Glaube wiedererwachte, wurde die von alters her verehrten Stätten des Heiligen Landes gleichsam in die Heimat versetzt. So wurden, im wesentlichen innerhalb eines Jahrhunderts, viele Nachbildungen der Grab-Christi-Kapelle in Europa erbaut, von denen sich etwas mehr als zwanzig in österreich erhalten haben.

Die Heilig-Grab-Kapelle   Die Heilig-Grab-Kapelle im Detail  
Die Grabkapelle ist ein verputzter Ziegelbau, rechteckig mit fünfseitigem Westabschluß und flachem, schindelgedecktem Dach. Den polygonalen Teil umziehen neun halbkreisförmige Blindarkadenbögen, die auf zehn kleinen Halbsäulen ruhen. Innen ist die Kapelle zweiräumig: durch einen rechteckigen Vorraum mit quadratischen oder spitzwinkeligen Fensterluken betritt man durch eine sehr niedrige Verbindungstür die kleine, dunkle Grabkammer, an deren rechten Seite eine liegende Christusfigur die eigentliche Grabstelle anzeigt.




• 13)  Wiesmayer-Meixger-Marterl

Der Fels ist ein unbehauener Naturstein aus der Gegend um Schrems. Die Vorderseite, die in Richtung der nahegelegenen Johanneskapelle steht, zeigt Johannes den Täufer. Die Einweihung dieses Marterls fand am 22.1.2017 statt.

Wiesmayer-Meixger-Marterl 1   Wiesmayer-Meixger-Marterl 2

Wiesmayer-Meixger-Marterl 3
 
Auf der Rückseite ist eine kleine Nische in den Stein gehauen. In dieser findet sich eine Statue der heiligen Mutter Maria mit dem Jesuskind. An der Seite des Steines ist ein Mandala-Symbol eingraviert. Es stellt eine Lebensblume dar.

Zu den Bildern der Einweihungsfeier clicken Sie hier




• 14)  Sebastianbildstock
(neben der Bahn, Unterlaaer Seite, Richtung Simmering)

Es ist ein vierseitiger Pfeiler mit gleichstarkem Nischenaufsatz und schwachen Gesimse sowie einem Satteldach, von einem zweiarmigen Kleeblattkreuz aus Metall bekrönt. In der vergitterten Nische befindet sich eine kleine Figur des heiligen Sebastian, des Pestheiligen.

Sebastianbildstock   Der Sebastianbildstock   Der Sebastianbildstock im Detail

Der Bildstock erhebt sich über einem Pestgrab. Wahrscheinlich wurden hier die Opfer der Pestepidemie von 1713 begraben. Laut Pfarrmatrikenbuch sind in Oberlaa 10 Personen an dieser Seuche gestorben. Da sie aus Ansteckungsgründen nicht im Ortsfriedhof begraben werden durften, benützte man eine außerhalb des Ortes gelegene natürliche Bodenvertiefung als Grablege. Der Rest des Grabes, der sich vom Bildstock bis zur Liesing erstreckte, wurde noch bis zu einer Einebnung als "Pestgraben" bezeichnet. Die ursprüngliche Gestalt dieses Bildstockes, der ehemals seine Blickrichtung zu dem um die Kirche gelegenen Friedhof hatte, können wir aus einem im Historischen Museum der Stadt Wien befindlichen Aquarell von Conrad Grefe ersehen, daß den Sebastianbildstock zeigt, wie er im Jahre 1896 aussah.




• 15)  Rotes Kreuz
(neben der Bahn auf verlängerter Fontanastrasse, Richtung Simmering)

Im Baumschatten steht ein schlichtes Holzkreuz, über dessen Kreuzbalken zwei schmale Bretter einen dachartigen Schutzgiebel bilden. Am rot gestrichenen Kreuzesholz sind einfache Blechverzierungen angebracht. Wenn man der Bezeichnung der vielen "roten" Kreuze, die es in Österreich oft gibt, nachgeht, wird man feststellen, daß diese nur an Unglücksstätten an denen Blut vergossen wurde so benannt wurden. Dies ist auch hier der Fall. Laut Überlieferung fiel an dieser Stelle ein Oberlaaer Bauer, Leopold Knabl, von seinem Wagen und stieß sich die Zinken einer Eisengabel in den Leib. Aus Dankbarkeit für seine Genesung ließ er das Kreuz errichten.

Das renovierte Rote Kreuz   Detailfoto vom Roten Kreuz

Der weitere Verlauf der Überlieferung: das Kreuz wurde einmal mutwillig abgesägt und weggeschleppt, wobei sich der Übeltäter durch einen rostigen Nagel eine Blutvergiftung holte und daran starb. Dieser Vorgang zeigt uns schließlich die Volksmeinung, daß Frevler ihrer Strafe nicht entgehen können.

Am 14.9.2012 wurde das Rote Kreuz unter der Federführung von Rudi Wieselthaler renoviert und durch Herrn Pfarrer Klein eingeweiht.



Vorschlag eines Rundwanderweges zu den Kapellen und Bildstöcken:
(zum Vergrössern anklicken)

Vorschlag für eine Wanderung zu den Marterln


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